Bayerische Luft-Lloyd GmbH

Der Bayerische Luft-Lloyd (BLL) wurde am 16. Juni 1919 in München gegründet. Erste Testflüge wurden 1919 von Schleißheim nach Konstanz durchgeführt. Da die ehemaligen Militärflugzeuge nicht den Erwartungen der Passagiere entsprachen, suchte der BLL nach modernen Passagierflugzeugen wie der Junkers F13. 1922 stießen zwei Junkers F.13 zur BLL-Flotte. Sie fanden auf den Strecken nach Konstanz und Oberammergau sowie für Rundflüge Verwendung. Im folgenden Jahr schloss sich der Bayerische Luft-Lloyd dem Junkers Luftverkehr an, einem Mitglied der von Junkers initiierten multinationalen Trans-Europa-Union (Treu), deren Gründungsurkunde am 22. Oktober 1923 in der Schleißheimer Schlosswirtschaft unterzeichnet wurde.
Die Aufnahme der planmäßigen Post- und Passagierverbindung von Schleißheim nach Konstanz am 11. April 1921 wurde mit einer Feier in der Schleißheimer Schlosswirtschaft begangen. Neben dem Münchner Oberbürgermeister Eduard Schmid (SPD) und anderen, war auch der in Reinhausen wohnende Ingenieur Josef Georg Habenschaden anwesend (zweiter von rechts). Sehenswert ist der Briefkasten mit dem Hinweisschild Bayerischer Luft-Lloyd Flugpost.
Ende des Jahres hatte der BLL im Linienflug 283 Passagiere und 305 kg Fracht und Post befördert. Die Flugzeuge waren 63.496 km geflogen.
Ingenieur Josef Georg Habenschaden war der Konstrukteur des 1923 in der Maschinenfabrik Reinhausen gebauten Flugzeugs HS 1.

(Sammlung Wolfgang Soller)