Diplomatenpost aus der Ukraine

Der abgebildete Brief wurde von einem Angehörigen des deutschen Generalkonsulats in Charkow (Ukraine) mutmaßlich vor dem 20.09.1923 als Diplomatenpost nach Deutschland aufgegeben.
Die Beförderung bis zum Auswärtigen Amt in Berlin erfolgte portofrei, die Weiterleitung ab Berlin an den Empfänger Hauptmann Dietze unterlag jedoch der Portopflicht (hier: des normalen Inlandsbriefportos plus der Einschreibe-gebühr). Der Brief wurde deshalb von der Posthilfsstelle des Auswärtigen Amtes mit zwei Marken zu 75 Tausend Mark (Mi. Nr. 288) frankiert und am 24.9.1923 bei der Post aufgegeben.
Obwohl seit dem 20.9.1923 für einen Einschreibebrief bis 20 g. bereits 500.000 Mark Porto erforderlich war, ist dieser Beleg mit 150.000 Mark ausreichend frankiert, da hier noch der Portosatz vor dem 20.9.1923, dem Aufgabezeitpunkt des Beleges in Charkow entsprechend, anzuwenden war.
Der Brief kam am 25.9.1923 früh in Plauen an und wurde umgehend nach Kürbitz, dem zuständigen Empfänger-postamt, weitergeleitet und dem Empfänger zugestellt.
Der Beleg trägt einen Prüfstempel des Generalkonsulats Charkow sowie die handschriftliche Bemerkung "unfr" für unfrei sowie einen Stempel der Posthilfsstelle des Auswärtigen Amtes. Auf der Rückseite befinden sich die beiden Ankunftsstempel von Plauen und Kürbitz.
(Sammlung Bernhard Hampel)