Brieffreimachung durch Notopfer Berlin

„Postsendungen können nicht durch Aufkleben von Steuermarken freigemacht werden“. Gegen diese Bestimmung der Durchführungsverordnung zum Notopfergesetz vom 22. November 1948 ist immer wieder verstoßen worden.
Wenn gerade keine Freimarken zur Hand waren, wurde versucht, den Brief mit einer ausreichenden Anzahl Notopfermarken zu bekleben, was in den meisten Fällen jedoch beanstandet wurde. Findige Köpfe benutzten die Notopfermarke als Zusatzfrankatur, um beispielsweise eine 8 Pfg.-Ortspostkarte zur 10 Pfg.-Fernpostkarte aufzuwerten, wobei gleichzeitig die 2 Pfg. Steuer „vergessen“ werden konnte.
Die Nachgebühr betrug zur Notopferzeit 50 % der fehlenden Freigebühr. Eine Kenntnis der Portostufen ist deshalb besonders wichtig. (Quelle: Peter Harlos : DIE NOTOPFER- UND WOHNUNGSBAUMARKEN 1948-1956. 2. Auflage 1996, Seite 97.)
Zum Beleg:  Ortsbrief von MÜNCHEN vom 25.8.52. Das Ortsporto betrug 10 Pfg. Hier wurden das Porto durch fünf Notopfermarken beglichen und die die sechste Marke als Steuermarke zugeklebt. Der Brief wurde unbeanstandet befördert.
(Sammlung Peter Kropfelder)