Freimachungsgebiet "Rote Zone"

"Rote Zone" hieß im Zweiten Weltkrieg das 400 km lange und etwa 10 km breite "Freimachungsgebiet" entlang der deutsch-französichen Grenze im Vorfeld und zwischen den Wehranlagen des Westwalls. Die Bewohner dieses Bereichs, etwa eine Million Menschen, wurden zwischen 1939 und 1945 teilweise mehrfach in das Innere des Deutschen Reiches evakuiert. Im Zuge dieser Maßnahme mussten die Bewohner ihren Besitz aufgeben und zurücklassen. "Freimachung" steht also für Evakuierung als militärische Maßnahme.
Unter dem Codewort "Vorgarten" begann am 3. September 1939 die Evakuierung der roten Zone, die sich von Basel  im Süden bis Aachen im Norden erstreckte. Neben den ländlichen Gebieten waren vor allem aber auch die Städte Karlsruhe, Saarbrücken, Trier und Saarlautern betroffen. Drei Tage nach Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Compiegne am 22. Juni 1940 verfügte Hitler in einem Erlass die Rückführung der Bevölkerung. Die Rückkehr durfte nur mit einem Heimkehrerschein erfolgen. Der größte Teil der Bevölkerung kehrte in der 2. Julihälfte und im August 1940 zurück, nachdem die Wehrmacht die Minengürtel geräumt, die Schäden beseitigt und die Versorgungsleitungen und Verkehrswege repariert hatte. (Quelle: Wikipedia)
Der vorliegende Brief vom 25.7.1940 von der Gladbacher Feuerversicherungs-Aktien-Gesellschaft in der Verwendung als "Geschäftspapiere!" von Frankfurt nach Schiffweiler (Saar) trägt einen privaten Hinweisstemel auf die Evakuierung der Grenze: " Infolge Freimachung der Grenzzone befinden sich die Geschäftsräume unserer Bez.-Direktion Saarbrücken, nunmehr in in Frankfurt/M. Eschenheimer Anlage 37".
(Sammlung Karl-Peter Kropfelder)